Vereinbaren Sie einen Termin unter +49 (0) 30 / 41 99 02 47

Die Homöopathie (Homois pathos = ähnliches Leiden) wurde von Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843) begründet. Er entwickelte klare, nachvollziehbare Prinzipien der homöopathischen Heilmethode. Diese basieren auf drei Grundsäulen:

I. Das Ähnlichkeitsprinzip
Hahnemann fand während seiner Studien und Experimente heraus, dass ein Arzneimittel einem Patienten helfen kann, wenn der Patient ähnliche Krankheitssymptome zeigt, wie sie das Arzneimittel bei Einnahme durch einen Gesunden hervorbringt. Das heißt, dass jedes Arzneimittel genau die Beschwerden heilt, die es in ähnlicher Form auch erzeugen kann.

II. Homöopathische Arzneimittelprüfung
Um festzustellen, welche Beschwerden und Krankheiten ein homöopathisches Arzneimittel (bei einem Gesunden) erzeugen und damit auch im Falle einer Krankheit heilen kann, werden die homöopathischen Mittel am Menschen geprüft. Diese sogenannte Arzneimittelprüfung erfolgt unter Anleitung und Beobachtung eines homöopathischen Arztes. Alle Befindlichkeitsveränderungen, sowohl körperlicher, wie auch seelisch – geistiger Art, werden registriert. Die Gesamtheit aller niedergeschriebenen Symptome ergibt das sogenannte Arzneimittelbild.

III. Homöopathische Potenzen
Ausgangssubstanzen für die homöopathischen Arzneimittel sind Pflanzenauszüge, Salze, Mineralien oder Metalle, sowie tierische Produkte (z.B. Schlangen- oder Bienengifte). Da die Nebenwirkungen durch die pure Gabe des Arzneimittels unter Umständen erheblich sind, entwickelte Hahnemann ein Verfahren, um diese zu reduzieren. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass sich durch diese homöopathische Verarbeitung (sogenannte Potenzierung) die Wirkung der Medikamente um ein Vielfaches steigern bzw. vertiefen lässt.

Verfahrensweise: Ein Teil der Ausgangssubstanz (des Arzneimittels) wird mit neun Teilen eines wirkungsneutralen Lösungsmittels (Alkohol-Wasser-Gemisch) „verdünnt“. Entscheidend ist, dass diese neue Mischung durch “10 kräftige, abwärtsgeführte Schüttelschläge“ (oder 10x kräftig auf eine harte, federnde Unterlage schlagen), geschüttelt wird. So erhält man die Potenz D1 (Zehner-Potenz). Wiederholt man die obige Verschüttelung, nun ausgehend von D1 (ein Teil D1 und neun Teile Gemisch), so erhält man eine D2 usw. Beträgt der Ansatz der Lösung 1 Teil Ausgangssubstanz auf 99 Teile Gemisch, so spricht man von C Potenzen (Hunderter-Potenz). In der Homöopathie spricht man nicht von “verdünnen“, sondern von potenzieren oder dynamisieren.

Homöopathische Fallaufnahme
Um das richtige, die Krankheit heilende Medikament zu finden, muss der Homöopath eine umfangreiche und gründliche Fallaufnahme (Anamnese) durchführen. In diesem ausführlichen Gespräch erfragt er detailliert die Symptome der Krankheit bzw. die persönlichen Eigenschaften des Patienten. Er versucht, die typischen Symptome der Krankheit sowie die charakteristischen Eigentümlichkeiten, Gewohnheiten und Vorlieben oder Abneigungen der kranken Person zu erfahren. Auf diese Weise entsteht ein Gesamtbild des kranken Menschen. Aufgrund dieses Gesamtbildes versucht er ein Arzneimittel zu finden, das dem Krankheitsbild des Patienten weitgehend „ähnelt“ (Ähnlichkeitsprinzip).

Gesundheit – Heilung
Die Prinzipien der Homöopathie  unterscheiden sich grundsätzlich von denen der herkömmlichen Medizin. Die sogenannte Schulmedizin richtet ihr Augenmerk auf die Symptome eines kranken Menschen und versucht, diese mit entsprechenden Medikamenten zu bekämpfen (zu unterdrücken). Die Homöopathie hingegen sieht die genannten Symptome nur als Äußerung der Krankheit, d.h. als Störung eines übergeordneten Lebens- bzw. Steuerungsprinzips. Diese Störung gilt es zu korrigieren. Dadurch werden die Krankheitssymptome überflüssig und lösen sich durch die Selbstregulation des Organismus auf. Nur so ist eine vollständige, nebenwirkungsfreie Heilung möglich.

Erstreaktion nach der homöopathischen Mittelgabe
Nach der Gabe kann es in Abhängigkeit von der Reaktionsfähigkeit des Körpers bzw. der Höhe der verabreichten Potenz u.U. zu einer starken Reaktion kommen. Diese kann sich z.B. in einer kurzfristigen Verschlimmerung der Krankheitssymptome äußern oder auch in Entgiftungsreaktionen des Körpers (Schweiß, Durchfall o.ä.). Häufig kommt es jedoch gleichzeitig auch zu einer Verbesserung des Allgemeinzustandes.

Diese Reaktionen sollte man, sofern möglich, ungestört ablaufen lassen. Sie sind häufig notwendig, um erneut einen Gesundheitszustand zu erlangen. In Zweifelsfällen wendet man sich an den Homöopathen.

Grenzen der Homöopathie
Grundsätzlich gilt, dass viele Krankheitszustände sowohl akuter, als auch chronischer Natur durch Homöopathie behandelt werden können. Die Homöopathie stößt an ihre Grenzen, sofern

  • Mangelzustände im Organismus bestehen (z.B. unzureichende Ernährung)
  • ein Zustand mit fortgeschrittener Gewebszerstörung vorliegt (z.B. Organzerstörung, Narbengewebe etc.)
  • schwerwiegende, äußere Umstände einer Heilung entgegenstehen (z.B. extreme familiäre oder psychosoziale Umstände)
  • der Homöopath das richtige, für die Heilung notwendige Mittel aufgrund fehlender Symptome nicht erkennt.

Nebenwirkungen in der Homöopathie
Grundsätzlich gilt, dass die homöopathische Therapie keine Nebenwirkungen im schulmedizinischen Sinne besitzt. Ein falsch gewähltes homöopathisches Medikament zeigt meist keine Wirkung, d.h. weder eine positive noch eine negative!

Bei unsachgemäßer Anwendung kann es allerdings zu unerwünschten Reaktionen kommen, z.B. wenn

  • mehrere homöopathische Medikamente gleichzeitig gegeben werden. Der Organismus wird dadurch verwirrt, die Heilung erschwert.
  • unsachgemäß zu oft und zu viele Hochpotenzen verabreicht werden. Die Symptomatik wird dadurch unklar und die Heilung unter Umständen verhindert.
  • homöopathische Medikamente in der gleichen Potenz zu lange (bzw. bei Hochpotenzen häufig wiederholt) angewandt werden. Hierdurch können u.U. Symptome des Arzneimittels (das “Arzneimittelbild”) auf den Patienten übertragen werden.

Heilungshindernisse
Während einer homöopathischen Behandlung sollten verschiedene Dinge vermieden werden, da es sonst zu einem Verhindern bzw. Abbruch der homöopathischen Arzneimittelwirkung kommen kann (Antidotieren): so z.B.

  • Kamille in jeglicher Form (z.B. als Tee oder in Arzneimitteln)
  • Pfefferminze in jeglicher Form (z.B. als Tee, in Arzneimitteln, in Bonbons, Kaugummi)
  • starke, ätherische Öle (z.B. Kampfer, Menthol oder Pfefferminzöl in Bade-/ Saunazusätzen, Salben, etc.)
  • Alkoholexzesse, verschiedene Medikamente
  • Zahnpasta mit o.g. ätherischen Ölen (für eine homöopathische Behandlung geeignete Zahnpasta bitte in der Apotheke erfragen)
  • Kaffee, Coca Cola